Dies ist ein kurzer Bericht darüber, wie es zu dem diesjährigen Austausch mit einem polnischen Gymnasium gekommen ist und was alles passiert ist.
Als Herr Derscheid (Anm. der Red: Musik- und Französichlehrer der Herschelschule) am Ende des Jahres 2004 bei einer Chorprobe sagte, dass die Schulleitung und Herr Wendelken (Anm. der Red: Deutsch- und Geschichtslehrer der Herschelschule) den nächsten Austausch des 5. Luczeums Breslau und der Herschelschule Hannover gerne mit dem Chor gestalten wollten, habe ich mich sehr gefreut, denn ich habe schon einige Male zuvor an Austauschprojekten teilgenommen und es hat mir jedes Mal Spaß gemacht.
Die Stimmung im Chor war positiv und wir entschlossen uns, dieses Projekt gemeinsam zu gestalten.
Nach ein paar Wochen der Planung und der Vorfreude war es dann endlich soweit: die Sachen für eine Woche waren gepackt, darunter natürlich unsere Gastgeschenke wie auch zwei Gitarren.
Die Spannung wuchs: Was würde uns erwarten?
Nach einer heißen und lustigen Zugfahrt (gefühlte 40 Grad und trotzdem gute Stimmung) kamen wir am frühen Abend endlich in Breslau an, wo uns die Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrerinnen unserer Partnerschule herzlich empfingen. Jetzt ging es erst einmal in die Gastfamilien. Der Sonntag war dazu gedacht, unsere Gastgeber besser kennen zu lernen und uns einzugewöhnen in die uns noch etwas ungewohnte Umgebung.
Das Projekt gestaltete sich so: In den fünf Tagen, die wir in Breslau verbrachten, lehrten wir uns gegenseitig in kleinen Gruppen die polnischen und deutschen Lieder, um sie dann gemeinsam bei einem kleinen Konzert in der Schule zu präsentieren.
Um zu verstehen, was so besonderes an dem Konzert war, muss man wissen, dass unsere Austauschschule keinen regulären Musikunterricht hat. Ganz zu schweigen von einem Chor! Natürlich war das kleine Konzert ein großer Erfolg.
Aber wir haben nicht nur gearbeitet, sondern auch andere Aktivitäten standen auf dem Programm:
Wir hatten die Gelegenheit, bei mehreren Ausflügen die wunderschöne Stadt Breslau kennen zu lernen und die Region um Breslau. Bei einem gemeinsamen Grillabend am Lagerfeuer an der Oder sangen wir Lieder und lachten viel. Die meisten Abende gehörten uns und es ist klar, was wir machten: die Innenstadt und so manche Tanzfläche unsicher.
Nach fünf schönen Tagen fiel uns der Abschied am Bahnhof sichtlich schwer, wir hatten alle mindestens eine Träne in den Augen, denn wir hatten neue Freunde gefunden! Und konnten es nicht erwarten, diese endlich im Herbst wieder zu sehen und ihnen unsere Stadt zu zeigen. Wir fuhren also mit vielen Erinnerungen nach Hause, die es uns ein bisschen leichter machten, die Zeit zu überstehen.
Als nun endlich die Freunde aus Polen zu uns zu Besuch kamen, war die Freude sehr groß.
Wir zeigten den polnischen Schülerinnen und Schülern Hannover: Nicht etwa nur zu Fuß, sondern auch vom Wasser aus bei einer feucht fröhlichen Kanutour. Wie in Breslau so lernten wir auch hier wieder neue Lieder, um sie dann auf einem großen Konzert des Chores zu präsentieren. Dieses Ereignis fand an einem Abend in der Aula der Herschelschule statt. Und es waren nicht mehr viele Plätze frei! Es war aufregend, etwas mit unseren polnischen Freunden zu präsentieren, denn bei dem Konzert handelte es sich nicht um etwas Alltägliches! Es war ein riesiger Spaß, welche Gemütsbewegungen in den Gesichtern der Zuschauer zu sehen waren und wir waren hinterher stolz auf uns, so etwas auf die Beine gestellt zu haben!
Wie in Polen auch, wurde das Programm nicht nur durch Arbeit geprägt, sondern ebenfalls durch andere Aktionen. Neben der erwähnten Kanutour wurde auch hier ein Grillabend veranstaltet. Und ein Tagesausflug führte uns in einen Klettergarten nach Bad Bevensen. Dort lernten einige von uns ihre Höhenangst mit sehr viel Spaß zu überwinden.
Das war mein vierter Austausch mit dem 5. Luczeum und wahrscheinlich auch mein letzter, da ich nun bald das Abitur abgelegt und die Schule verlassen haben werde. Aber ich werde bestimmt wieder nach Polen fahren. Polen ist ein interessantes und sehr schönes Land und der Austausch bietet eine wunderbare Gelegenheit nicht nur die Stadt Breslau und das Land, sondern auch die polnische Gastfreundschaft, kennen zu lernen.
Ich kann jedem nur empfehlen diese Chance auch wahrzunehmen.
Ihr werdet es nicht bereuen!
R.B.
(Anm. der Red: Schüler des 13 Jg. der Herschelschule)
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Anm. der Red: Wir freuen uns sehr, dass unser Verein diesen Breslau-Austausch (u.a. die Fahrt
zum Klettergarten nach Bad Bevensen) finanziell unterstützen konnte!